Rebekka: 1. Mose 24

Als Sara, alt und lebenssatt,
das Zeitliche gesegnet hat,
sprach Abraham zu seinem Knecht:
„Geh‘ du jetzt fort; es wär‘ mir recht,

wenn du jetzt ziehst bis nach Haran
und schaust dir dort die Mädchen an.
Und wenn du eins gefunden hast,
das sicherlich zu Isaak passt,

das bringe gleich für unser Glück,
denn Isaak soll nicht mehr zurück.
Mit zehn Kamelen seines Herrn
zieht los der Knecht, wenn auch nicht gern.

Er zog bis in das Zweistromland,
bis er die Stadt Nahors dort fand.
Am Brunnen lagert er sich dort
und spricht: „Herr, ich geh‘ hier nicht fort,

bis du mich lässt das Mädchen seh’n,
das mit zu Isaak sollte geh’n.
Gibt sie mir Wasser aus dem Krug,
auch den Kamelen noch genug,

dann weiß ich gleich und ganz genau,
das ist für Isaak die Frau.“
Was er sich wünschte, das geschah.
Als er dann die Rebekka sah,

da war ihm klar, er war am Ziel,
dankt Gott dafür und betet viel.
Als es den Knecht nach Hause treibt,
meint die Familie: „Bitte bleibt.“

Rebekkas Bruder, Laban, spricht:
„So schnell kriegt ihr das Mädchen nicht.“
Der Knecht sagt: “Gott hat mich gesandt,
ich soll sie führen in mein Land.“

Da lassen sie Rebekka fort
und segnen sie für’s Leben dort.
Die Reise führt‘ durch weites Land,
und das besteht fast nur aus Sand.

Und eines Abends auf dem Feld,
auf dem sich Isaak hingestellt
zu beten seinem Gott und Herrn,
da sah Kamele er von fern.

Auch die Rebekka hat geseh’n
den Isaak auf dem Felde steh’n.
Durch ihren Schleier vor’m Gesicht,
erkennt der Isaak sie nicht.

Der Knecht erzählt, was all‘ geschah,
als dort er die Rebekka sah.
Der Isaak bringt sie in das Zelt,
dort lange er im Arm sie hält.

Ihm wurde die Rebekka lieb,
so dass als seine Frau sie blieb.
Ja, Gottes Wege sind oft weit,
und brauchen eine lange Zeit.

© 2010    Gisela Kibele

Schreibe einen Kommentar