Abraham: 1. Mose 12 – 21

Die Bibel nennt Haran den Ort,
wo Abram hörte Gottes Wort.
„Aus dir soll mir mein Volk entsteh’n,
drum sollst nach Kanaan du geh’n.

Dich will ich segnen, und mit dir
alle Geschlechter für und für.“
Abram nahm Sarai mit und Lot,
dazu genügend Reisebrot.

Ruft Knechte, Mägde, alles Vieh,
die waren aufgeregt wie nie.
Nach langer Reise kam man an
in Sichem im Land Kanaan.

„Für alle, die aus dir entsteh’n,
hab‘ dieses Land ich vorgeseh’n.“
Als Abram angekommen war,
baut er dem Herrn einen Altar.

Weil dann ein großer Hunger kam,
der Abram seine Sarai nahm;
zieht mit ihr nach Ägyptenland,
hat „meine Schwester“ sie genannt.

Der Pharao war gleich verknallt
heiraten wollt‘ er Sarai bald.
Doch Gott ließ dieses nicht gescheh’n,
Abram und Sarai mussten geh’n.

Sehr gut versorgt mit Proviant,
zog man zurück ins eigne Land.
Auch Lot kam mit, oft gab es Streit,
da meinte Abram, es ist Zeit,

dass wir uns trennen, du und ich,
danach bleibt jeder ganz für sich;
im Osten war es wasserreich,
Lot wählt den Jordan sich sogleich.

Abram hört wieder Gottes Wort,
„Dies ist dein Land, du musst nicht fort.
Nachkommen, viele wie der Sand,
die werden wohnen hier im Land.“

Er sprach zu Gott: „Herr, ich bin alt,
was mein ist, erben Knechte bald.
Für Kinder ist es doch zu spät,
du siehst ja, Herr, dass nichts mehr geht.“

„Am Himmel siehst du Stern an Stern,
du kannst mir glauben – prüf‘ sie gern –
dass ich aus dir mein Volk erwählt,
das Menschen viel wie Sterne zählt.“

Weil Sarai das nicht glauben kann,
führt sie Hagar zu ihrem Mann.
Die soll, was Gott versprochen schon,
dem Abram schenken einen Sohn.

Aus Angst vor Sarai Hagar flieht,
bis Gott sie und ihr Elend sieht;
„Geh du zurück, ich helf dir schon;
du wirst gebären einen Sohn.

Ein wilder Mensch, voll Trotz und Zorn.“
So wurde Ismael gebor‘n.
Als Abram neunundneunzig war,
wird die Verheißung endlich wahr.

Gott nennt ihn jetzt den Abraham,
Sarai heißt Sara neu mit Nam‘.
Gott sagt:“Du wirst bald schwanger sein.“
Sie lacht und sagt:“Was fällt dir ein?

In meinem Alter noch ein Kind?
Wie soll das geh’n? (Man sagt, die spinnt.)“
„Soll das für Gott unmöglich sein?
Ich sage es, und es wird sein.“

Doch zwischenrein war noch was los:
In Sünden war Gomorra groß,
und Sodom war ein böser Ort.
Kein Mensch befolgt hier Gottes Wort.

Aus Sodom ward nur Lot verschont,
der hat dort nicht so lang gewohnt.
Weil seine Frau sich umgedreht,
sie als Salzsäule dort noch steht.

Die Städte wurden abgebrannt,
dass man den Ort nicht mehr erkannt.
Auch Abraham zog wieder fort
ins Südland, lebt als Fremdling dort.

Als dann die Zeit vergangen war,
die Gott genannt, von einem Jahr,
gebar die Sara einen Sohn,
den Isaak, des Glaubens Lohn.

Der wuchs heran, war jung und schön,
ein jeder wollte Isaak seh’n.
Man staunt und freut sich sehr und lacht:
Gott selbst hat alles wahr gemacht!


© 2009    Gisela Kibele

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